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Auf der Fischbachalm ist das Edelweiss zu Haus.

In Fischbach in der Oststeiermark befindet sich „Veronikas Kräuterhof“. Ein kleines Paradies voller Blumen, Kräuter und Heilpflanzen, und es gibt etwas ganz Besonderes: eines der sehr seltenen Edelweiss-Anbaufelder in Österreich. Die Betreiberin, Veronika Dielacher, hat sich ganz bewusst für ein Leben mit „Ihren Kräutern und Blumen“ entschieden. Auf Ihrem Kräuterhof teilt Sie Ihre Freude und Liebe zu ganz bedeutenden Pflanzen, wie auch dem Edelweiss, mit Freunden, Gästen und vielen Interessierten.
Wir haben Veronika Dielacher auf Ihrem Kräuterhof besucht, ganz speziell um Sie zum Thema Edelweiss und Edelweiss-Anbau zu befragen.


siin: Was bedeutet das Edelweiss für Dich als Expertin in der Biologie und auch der Landwirtschaft?

Veronika: Das Edelweiss ist eine einzigartige Pflanze, die am Naturstandort unbedingt erhalten werden muss. Trotz strengstem Naturschutz ist es, wie auch andere alpine Pflanzen, vom Klimawandel bedroht. Der Anbau des Edelweiss ist eine logische Konsequenz. Nicht nur um es vor dem Aussterben zu bewahren, sondern auch um die Interessen der Kosmetikindustrie abdecken zu können. Die Nachfrage nach dem besonderen Naturjuwel, einer der wichtigsten Heilpflanzen, steigt stetig.  Der Vorteil des biologischen Anbaus ist, dass das kultivierte Edelweiss viel ertragreicher und leichter zu ernten ist.

 

siin: Welchen Stellenwert hat das Edelweiss heute in deinem Kräutergarten?

Veronika: Momentan ist ungefähr ein Drittel meines Kräuterfeldes mit Edelweiss bepflanzt. Das Edelweiss, das bei mir wächst, wird zu Kosmetik verarbeitet.

 

siin: Das Edelweiss wächst ja normalerweise in schwer zugänglichen und unwirtlichen Alpenregionen. Hier wird es bei Dir am Kräuterhof auf der Fischbachalm in knapp 1.000 m Seehöhe angebaut. Wie funktioniert das und worauf muss besonders geachtet werden? 

Veronika: Lage und Boden sind entscheidend für einen erfolgreichen Edelweiss-Anbau. Der Boden sollte im Idealfall kieselsäurehaltiges Kalkgestein sein, einen PH Wert von >6,5 haben, eher sandig-kiesig mit wenig Humusanteil. Er muss gut wasserdurchlässig sein, denn stauende Nässe mag das Edelweiss überhaupt nicht. Der Boden darf keinen hohen Nährstoffgehalt haben, da das Edelweiss aus seiner Evolution heraus an seinen Naturstandorten von weit über 1.000 m Seehöhe es nicht gewohnt ist auf Böden mit hohem Nährstoffgehalt zu gedeihen. Bei unwirtlichen Bedingungen ab 1.500 bis 3.000 m, bei Wind und Wetter mit extremer Sonneneinstrahlung – da fühlt sich das Edelweiss am wohlsten. Jedoch kann in diesen Höhen kein effizienter, ökonomischer Anbau betrieben werden.

 

siin: Kannst Du uns den Ablauf und die einzelnen Schritte des Anbaus, vom Samen über Betreuung der Pflanze bis zur Ernte darstellen?

Veronika: Das Edelweiss wird ab Jänner/Februar vorkultiviert und die Pflanzen werden dann ab April/Mai ausgesetzt. Im ersten Jahr gibt es bereits ersten Blüten, ab dem zweiten Jahr steht das Edelweiss ab Ende Juni in Vollblüte. Die größte Hürde beim Anbau ist die Unkrautbekämpfung. Da das Edelweiss sehr konkurrenzschwach ist, müssen sehr viele Stunden in Beikrautregulierung investiert werden. Bei der Ernte muss sehr bedacht vorgegangen werden. Die Blüten, Stängel und Blätter werden geerntet, schonend getrocknet und gelagert und stehen dann für eine weitere Bearbeitung, oder auch Extraktion der Wirkstoffe zur Verfügung.

 

siin: Welche Bedeutung hat das Edelweiss für Dich heute?

Veronika: Das Edelweiss ist für mich nach wie vor eine faszinierende Pflanze. Man ist immer wieder beeindruckt, wenn man es sieht. Diese majestätische Erscheinung trägt zu vollem Recht den Titel „Stern der Alpen“. Beim Anblick des blühenden Feldes werde ich für meine Mühen vollkommen belohnt.

 

siin: Welche Wünsche hättest Du zum Thema Edelweiss für die Zukunft (Klimawandel, Erhaltung des Edelweiss)?

Veronika: Wünschenswert wäre eine Zulassung des Edelweiss als Nahrungsmittel in der EU. In der Schweiz gibt es seit Jahren Tee, Süßigkeiten und andere Lebensmittel mit Edelweiss. Es gibt aber aktuell keine aussagekräftige und bestätigte Studie, die die Unbedenklichkeit des Edelweiss für Lebensmittel bestätigt.

 

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© Veronika Dielacher / siin life und Manuel Draschl

 

>>> Hier geht es zu Veronika’s Kräuterhof! 

 

 

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